GSB 7.0 Standardlösung

Die Geschichte der HS Bund

Historie, Chronik, Entwicklung

Die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung blickt zurück auf eine über 30 Jahre währende Erfolgsgeschichte.
Als Projekt zur Vereinheitlichung und größerer Praxisnähe in der Ausbildung von Nachwuchskräften gestartet, hat sich die HS Bund heute zu einer gut vernetzten und breit aufgestellten Hochschule weiterentwickelt und dabei eines nie aus dem Blick verloren: die Ausbildung für die Praxis auf hohem akademischem Niveau.

Werfen Sie mit uns einen Blick in die Geschichtsbücher der HS Bund.

Konzeption

Bereits zu Beginn der 70er Jahre wurde ein Konzept zur Reform der Verwaltungsausbildung für den gehobenen Dienst vor dem Hintergrund tiefgreifender Reformgedanken zum Verwaltungs- und Bildungsbereich entwickelt. Durch das Zweite Gesetz zur Änderung beamtenrechtlicher Vorschriften vom 18. August 1976 entschied die Gesetzgebung, die Ausbildung für die Laufbahnen des gehobenen Dienstes als Studiengang einer Fachhochschule einzurichten.

Die erste Grundentscheidung für den Bundesbereich war, ebenso wie die Länder eine verwaltungsinterne Fachhochschule ohne Rechtsfähigkeit einzurichten. Das sollte gewährleisten, dass die Ausbildung der Nachwuchskräfte des gehobenen nichttechnischen Dienstes bedarfsbezogen und praxisgerecht ausgerichtet wird. In der Folge führten folgende Gründe zu einer Entscheidung zu Gunsten einer fachrichtungsübergreifenden Fachhochschule:

  • der in § 70 Abs. 1 Ziffer 2 des Hochschulrahmengesetzes vorgeschriebene Fachrichtungsverbund,
  • damalige beamten- und bildungspolitische Gründe und
  • nicht zuletzt Zweckmäßigkeitserwägungen.

Es kam zu einem intensiven Abstimmungs- und Entscheidungsprozess aller an der Fachhochschule des Bundes beteiligten Institutionen. Die getroffenen Grundentscheidungen mündeten in den Vorläufigen Errichtungserlass vom 3. Oktober 1978, mit dem die Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung gegründet wurde.

Ihren Hochschulstatus erwarb die Fachhochschule des Bundes mit der Anerkennung durch die Länder. Rechtsgrundlagen sind § 70 Hochschulrahmengesetz und die Hochschulgesetze der Länder, in denen Teile der Fachhochschule des Bundes ihren Sitz hatten bzw. haben:

  • Baden-Württemberg,
  • Bayern,
  • Berlin,
  • Hessen,
  • Nordrhein-Westfalen,
  • Rheinland-Pfalz und
  • Schleswig-Holstein.

Die Anerkennungen erfassten insbesondere die Gleichwertigkeit zu den Verwaltungsfachhochschulen der Länder in folgenden Merkmalen:

  • Zugangsvoraussetzungen der Studierenden,
  • Organisations- und Personalstruktur und
  • Studieninhalte einschließlich der Abschlussprüfungen.


Konsolidierung

Die Fachhochschule gliederte sich von Beginn an in den Zentralbereich und die Fachbereiche. Dabei ist der Zentralbereich für alle fachübergreifenden Angelegenheiten der Fachhochschule sowie die Koordinierung der Arbeit der Fachbereiche unter besonderer Berücksichtigung fachhochschuldidaktischer Gesichtspunkte zuständig. Er umfasst die zentralen Einrichtungen, den Lehrbereich Grundstudium und die zentrale Verwaltung.

Den Fachbereichen obliegt die Verwaltung und Organisation ihrer Bereiche und die Durchführung des Hauptstudiums. Nach der im Vorläufigen Errichtungserlass zum Ausdruck kommenden Grundkonzeption sollte die Durchführung des Grundstudiums nur ausnahmsweise bei den Fachbereichen liegen.

Folgende Fachbereiche führten in der Anfangsphase das Grundstudium am Zentralbereich durch:

  • Allgemeine Innere Verwaltung,
  • Eisenbahnwesen,
  • Flugsicherung,
  • Wetterdienst / Geophysikalischer Beratungsdienst,
  • Öffentliche Sicherheit und
  • Post- und Fernmeldewesen.

Einige Fachbereiche führten das Grundstudium bereits in "Eigenregie" durch, orientierten sich aber stets am Grundsatz des "Gemeinsamen Grundstudiums":

  • Arbeitsverwaltung,
  • Auswärtige Angelegenheiten,
  • Bundeswehrverwaltung,
  • Finanzen und
  • Sozialversicherung.

Herausforderungen

Der Zentralbereich und der Fachbereich Allgemeine Innere Verwaltung wurde zunächst bis zur Fertigstellung des Gebäudekomplexes in Brühl in einem angemieteten Bürogebäude in Köln-Zollstock untergebracht.

Die Jahre von 1990 bis etwa 1998 brachten erhebliche Veränderungen für die Fachhochschule des Bundes mit sich. Eckpunkte sind dabei die Deutsche Wiedervereinigung und die damit verbundenen Aus- und Fortbildungsaufgaben, die Privatisierung der großen Betriebsverwaltungen Bundespost und Bundesbahn und der mit beiden Ereignissen verbundene Aufwuchs und Abbau des Personalkörpers sowie die Sparzwänge in den öffentlichen Haushalten.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurden die Grundlagen für die neuen Studiengänge Verwaltungsinformatik und Europäisches Verwaltungsmanagement gelegt. Prägend für die weitere Entwicklung als Hochschule war auch die Privatisierungswelle im öffentlichen Dienst in deren Folge die Fachbereiche Eisenbahnwesen, Post- und Telekommunikation und Arbeitsverwaltung den Verbund der damaligen Fachhochschule verließen.

Das Jahr 2011 war entscheidend für die weitere Entwicklung der HS Bund: der Studiengang Master of Public Administration (MPA) startete am 30. März 2011. Gleich der erste Studiengang ist von Beginn an konzipiert als berufsbegleitender, weiterbildender Fernstudiengang um den Aufstieg vom gehobenen in den höheren nichttechnischen Verwaltungsdienst des Bundes zu ermöglichen.

Auch im Jahr 2011 konkretisierten sich letztlich die Überlegungen für einen weiteren Studiengang: um den Bedarf an IT-Nachwuchskräften langfristig zu decken, beauftragten das Bundesministerium der Finanzen und das Bundesministerium des Inneren die Hochschule damit, den Studiengang „Verwaltungsinformatik“ (VIT) zur Erlangung der Befähigung für den gehoben nichttechnischen Verwaltungsdienst zu entwickeln. Dieser Studiengang wird seit August 2012 in Kooperation zwischen dem Zentralbereich und Fachbereich Finanzen in Brühl und Münster angeboten.

Das Jahr 2014 war aus hochschulrechtlicher Sicht ein erfolgreiches Jahr: am 1. April 2014 startete am Fachbereich Allgemeine innere Verwaltung (AIV) der bewährte und hoch nachgefragte Studiengang Verwaltungsmanagement in neuer Variante: als Fernstudiengang ermöglicht er neben dem weiter bestehenden Präsenzstudiengang den Aufstiegsbeamtinnen und -beamten den Aufstieg in die Laufbahn des gehobenen Dienstes.
Am 1. Oktober 2014 konnte die neue Grundordnung in Kraft treten, in konsequenter Fortschreibung der alten Grundordnung aus dem Jahr 2008 wurden zahlreiche Vorschriften neu gefasst und der allgemeine Hochschulentwicklung angepasst. Aus der seit 1978 bestehenden Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung wurde die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung. Die Namensänderung steht am Ende einer Entwicklung der Hochschule, die durch den sogenannten Bologna Prozess ihren Anfang genommen hat.

Fachbereiche der Hochschule - eine Chronik

Fachbereich

Zugehörigkeit

Allgemeine Innere Verwaltungseit 1. Oktober 1979
Arbeitsverwaltung1. Oktober 1979 bis 31. Dezember 2008
Auswärtige Angelegenheitenseit 1. Oktober 1979
Bundeswehrverwaltungseit 1. Oktober 1979
Eisenbahnwesen1. Oktober 1979 bis 31. Juli 1999
Finanzenseit 1. Oktober 1979

Flugsicherung und Wetterdienst/Geophysikalischer Beratungsdienst

2001 Umbenennung in Wetterdienst

Abteilung Flugsicherung: 1. Oktober 1979 bis 1. November 1993

Abteilung Wetterdienst: seit 1. Oktober 1979

Öffentliche Sicherheit1. Oktober 1979 bis 31. Dezember 1998
Post- und Fernmeldewesen1. Oktober 1979 bis 31. Dezember (?) 1997
Sozialversicherungseit 1. Oktober 1979
Landwirtschaftliche Sozialversicherungseit 1. Oktober 1996

Bundesgrenzschutz

umbenannt in Bundespolizei

1. Januar 1999 bis 31. Juni 2005

 seit 1. Juli 2005

Verwaltungsinformatik entstanden aus der „Zusatzqualifikation Verwaltungsinformatik“ im November 2001